Social Media Detox

Neben dem „Gedanken-Detox“ macht es durchaus Sinn, auch die Nutzung sozialer Medien einmal kritisch zu analysieren und bei Bedarf zu „entgiften“. Zahlreiche Studien haben nämlich in den letzten Jahren belegt, dass eine Beziehung zwischen erhöhtem Social Media Konsum und einer negativen Körperselbstwahrnehmung besteht. Insbesondere Foto-Aktivitäten können dies hervorrufen, denn der Drang, sich mit den darauf abgebildeten Motiven zu vergleichen und in Zuge dessen minderwertig zu fühlen, ist hoch, vor allem, wenn man sich selbst ohnehin kritisch betrachtet.

Darüber hinaus tendieren viele Nutzer auf sozialen Medien dazu, auf ihrem Online-Profil eine möglichst idealisierte Version ihres Ichs zu präsentieren, um durch eine positive Darstellung Wertschätzung bzw. Anerkennung zu erfahren. Diese kommt im Alltag leider oft viel zu kurz, obwohl sie sicherlich jedem ab und an gut täte.
Insbesondere bei jungen Menschen scheint sich aktuell zudem ein gewisser Trend durchzusetzen, dass die Beliebtheit oder sogar der Wert eines Menschen an der Anzahl seiner „Likes“ oder „Follower“ gemessen wird. Dies kann jedoch sehr viel Druck ausüben, stets perfekt, up-to-date und erreichbar sein zu müssen.
Wenn sich aber hinter strahlenden Selfie-Lächeln in Wahrheit  einsame oder unglückliche Menschen verbergen, dann spielt es keine Rolle, wie viele „Likes“, „Follower“ oder „Freunde“ diese Person in ihrem Online-Leben vorzuweisen hat.

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Ein weiterer Punkt in den sozialen Netzwerken, der einen negativen Einfluss auf das Körperselbstbild haben kann, ist die Tatsache, dass nicht nur Werbebilder, die dort gepostet werden, künstlich idealisiert sind, sondern mittlerweile auch private Bilder. Zu einfach ist es, auf dem Computer, Tablet oder Smartphone Fotos zu retuschieren bzw. zu photoshoppen, bevor man sie im Internet hochlädt. Das kann allerdings dazu führen, dass die Vorstellung eines normalen Aussehens zunehmend verzerrt wird und der Druck, sich ebenfalls so schön, schlank, attraktiv, sexy und muskulös wie möglich zu präsentieren, steigt.

Ein letzter Aspekt, der in der Forschung bislang noch zu kurz gekommen ist, ist, wie stark Kommentare das Körperbild beeinflussen können, insbesondere wenn diese negativ ausfallen. Schließlich sind diese für alle anderen Nutzer auch sichtbar, sodass eine öffentliche Bloßstellung entsteht. Dass extreme Formen des „Cyber-Mobbings“ Menschen jedoch zur Verzweiflung bringen kann, muss man an dieser Stelle wohl nicht extra betonen. Menschen, die dies tun, sind einfach grausam und sollten absolut ohne Respekt behandelt werden!!


Wie kannst du nun also damit umgehen?

Im Wesentlichen gibt es folgende Wege:

  1. Regel Nr. 1: Verinnerliche, dass du wunderbar und wertvoll bist, so wie du (im echten Leben) bist!! Du wirst geliebt und zwar ganz ohne Photoshop, ohne künstliches Selfie-Lächeln, ohne Likes, ohne Follower, ohne Kommentare. Die sozialen Medien sind ein toller Weg, um mit Freunden auf aller Welt in Kontakt zu bleiben, aber sie entscheiden nicht darüber, ob du wertgeschätzt wirst, Erfolg hast oder gar wertvoll bist.
  2. Je nach dem, wie häufig du auf Facebook, Instagram & co unterwegs bist, kannst du einmal ausprobieren, deinen Social Media Konsum zu reduzieren oder einmal gezielt mehrere Tage ganz darauf zu verzichten. Schau einfach, wie es dir damit geht und ob es dir gut tut.
  3. Du blendest Posts oder Leute, die dir nicht gut tun, aus (Das geht auf sozialen Netzwerken wie Facebook mit wenigen Mausklicks). Vorteil: Du musst niemanden ent-freunden, wenn du es nicht möchtest. Was dir auf deiner Startseite angezeigt wird, sieht nur du allein.
  4. Der etwas radikalere Weg, der oftmals Mut kostet, aber durchaus befreiend sein kann: Du durchforstest deine Kontaktliste einmal kritisch und reduzierst sie auf deine „wahren“ Freunde, deren Umgang und Austausch dir gut tun. Niemand kann dich zwingen, mit ihm/ihr befreundet zu sein. Das ist allein deine Entscheidung.
  5. Folge gezielt Leuten oder Gruppen, die Teil der „body positivity“ Bewegung sind und deren Ziel es ist, dass jeder sich in seinem Körper wohlfühlt. Auch Body of love gehört natürlich dazu. Daneben gibt es wunderbare Bewegungen wie das Body Image Movement, deren gemeinsames Ziel es ist, ihren Followern dabei zu helfen, sich so zu lieben, wie sie sind. Einige Beispiele findest du HIER. Das inspiriert und hält dir vor Augen, dass du auf deinem Weg zu mehr Körperselbstliebe nicht allein bist.

Weitere Tipps für mehr Körperselbstliebe findest du hier